Nach
25- jähr. Gesellschaftsbestehen der Große Mülheimer wurde 1928 eine Tanzgruppe
gebildet, die sich den Namen „Müllemer Scheffer“ gab.
Als eigentlicher Gründer ist der seiner-zeitige Senatspräsident Heinrich Linden
zu nennen.
Die Tänzer fanden sich bei den Mülheimer Turnvereinen, nämlich vier bis sechs
Männer vom „MTV-1850“ (Mülheimer Turnverein) u. die gleiche Zahl von der
„TGM-1878” (Turngemeinde Mülheim). Damals gab es noch einen Wettstreit, hierfür
„auserwählt“ zu werden. Dass schon zu Beginn an auf Leistung gesetzt wurde,
zeigt die Besetzung des Tanzmariechen durch einen Mann.
Die zwei ersten Tanzmariechen als Mann waren Erich Samuel (1928-1932) und Peter
Mettmann (1932-1935).
Erst ab 1936 tanzte Käthe Scheil als erstes weibliches Tanzmariechen, genannt „Dannälche“
(in der Fischersprache bedeutete ein Dannälche „ein kleiner zappeliger
Rheinfisch”).
Eine beliebte Aufgabe jener Zeit für das Tanzkorps war die Brückenwache, die
Gelegenheit gab, sich auch im Freien mit Tänzen darzustellen, neben einer
Sammlertätigkeit (Brückenzoll wurde erbeten) für „wohltätige Zwecke“.
Schon in den ersten 10 Jahren besass das Tanzkorps „Müllemer Scheffer“ einen
hohen Stellenwert, was sich nicht zuletzt auch in der Widerspiegelung der
Sessionsorden 1935, 1937 und 1939 zeigte.
Kriegsjahre und Nachkriegswirren waren natürlich keine Zeit „för Fastelovend ze
fiere“.
So
kam erst 1949 wieder Leben in´s Geschehen der Große Mülheimer und ihres
Tanzkorps „ Müllemer Scheffer“.
„20 Junge stunden op d´r Bühn mer ehre Els´che un dem Hans“ (Else Erb als erstes
Nachkriegs-Dannälche, Hans Lindemann als erster Offizier und dessen Tanzpartner)
und rissen wie elektrisiert „ de Lück von de Stöhl“, wenn sie den traditionellen
„Scheffertanz“ auf die Bretter legten.
Mit dem Jubeljahr 1953 - 50 Jahre G.M.K.G.- feierte das Tanzkorps auch bereits
ihr 25- Jähriges. Hiermit verbunden waren automatisch viele kleine und große
Auftritte.
Ein Höhepunkt wurde die Fahrt 1955 mit einem „Knubbel der Roten Funken“ nach
München. Die Auftritte im Deutschen Theater und auf dem Filmball im
Augustinerkeller sind besonders beachtenswert. Der große Empfang im Münchner
Rathaus durch die Stadt unterstrich die Leistung.
Spitze war natürlich erst der Auftritt „Schneefernerhaus“ auf der Zugspitze mit
Aufnahmen der Wochenschau und in Garmisch Partenkirchen im Alpenhof.
1956 vermerkte die Presse: „Tanzkorps der Großen Mülheimer und die Eilemänner
begeisterten an der Saar und eroberten Saarbrücken” (sie waren Gäste zur 100-
Jahrfeier der KG Saarbrücken).
Auch ein Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle mit Willi Schneider als
Kölner Abordnung ist bemerkenswert.
1957 eröffneten die Müllemer Scheffer mit dem Tanzkorps der Blaue Funken den
Fasching in Ruhpolding. Bei der Galavorstellung im Kurhaus waren die kölschen
Tänzer absolute Spitze.
Auch zur 50- Jahrfeier der KG Eulenspiegels Narren zu Aachen Jan. 1957, war das
Tanzkorps der G.M.K.G. wieder dabei, was den Bekanntheitsgrad widerspiegelt.
Auch 1958 war durch eine Auswärtsfahrt gekrönt. Die Müllemer Scheffer waren zum
Sommerkarneval nach Charloire/ Belgien eingeladen.
Das Tanzkorps hatte in dieser Zeit auch am Rosenmontagszug teil genommen.
Es haben sich Freundschaften gebildet, die ewig Bestand haben werden.
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